20 Jahre SPORTAKUS

Der SPORTAKUS –  Ein historisches Projekt, welches längst nicht mehr aus der Geschichte der Sportwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Leipzig wegzudenken ist. Dieses Jahr feiern wir unser 20-jähriges Bestehen. Doch wie begann das alles damals eigentlich? Wir geben euch einen exklusiven Einblick in den ganz persönlichen Werdegang unseres Projektes – bis hin zu unserer aktuellen Situation.

Im September 1999 wurde das Projekt von einer kleinen Gruppe sport-journalistisch interessierter Student_innen und Dr. Christian Hartmann (Institut ABTW und damaliger Verantwortlicher für den Magisterstudiengang an der Fakultät) gegründet. Kurze Zeit später erhielt das Projekt einen Namen:

Der „SPORTAKUS“ war geboren! Als damaliger Teil der Themenfeldausbildung „Sportwissenschaft &Medien“ konnte es im Rahmen des Magister-Studiums belegt werden. Weitere Themenfelder zur Auswahl waren z.B. „Sportwissenschaft & Leistung“, „- & Freizeit“ oder „- & Management“. Das Projekt hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Kommunikation zwischen den Mitarbeiter_innen und Studierenden an der Sportwissenschaftlichen Fakultät zu verbessern. Der dafür zur Verfügung gestellte Redaktionsraum im Keller war so einzigartig wie das Projekt selbst. Entsprechend groß entwickelte sich über die Jahre das Interesse an dieser neuen Ausbildungs­richtung und es kam schnell zu einer vertraglichen Kooperation zwischen der Sportwissenschaftlichen Fakultät einerseits und dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft andererseits. Dies bedeutete, dass Sportstudierende Kurse (heutigen Module) am Partnerinstitut und interessierte KMW-Studierende Kurse an der Spowi (mit entsprechenden Prüfungen) belegen durften.

Mit den ersten im Themenfeldausgebildeten Sportjournalist_innen wurde das Projekt immer professioneller und schon bald entstanden jährlich vier Ausgaben der gleichnamigenZeitschrift „SPORTAKUS“. Bunt war damals nur das Papier der zunächst kostenlosen Hefte. Gedruckt (besser: vervielfältigt) wurdeder SPORTAKUS anfänglich von den Mitgliedern des Projektesselbst, die nach Recherche oder geführten Interviews ihre Artikel selbst verfassten, redigierten und für den Druckvorbereiteten. Die in den Lehrveranstal­tungenzum Themenfeld „Sport & Medien“erbrachten Leistungen wurden zensiert und über lange Zeit war auch die Ableistung eines Praktikums im SPORTAKUS möglich.

Doch wir waren immer schon ein bisschen mehr als „nur“ eine universitäre Veranstaltung. Nicht selten schrieben die Studierenden bis tief in die Nacht und druckten danach noch den Artikel, damit am nächsten Tag jeder am Sportcampus erfahren konnte, was an der Fakultät passiert oder welche sportlichen Höhepunkte es in Leipzig oder der Region gab bzw. geben wird.

Besonders wichtig wurde der Zusammenhalt des SPORTAKUS´kurz nach der Jahrtausendwende. Die Magisterstudiengänge wurden von den Bachelor- und Masterstudiengängenabgelöst und der SPORTAKUS stand plötzlich kurz vor seinem Aus. Die Orientierung, „Einfach-Bachelor“ an der Universität Leipzig einzuführen, stand der praktizierten Zweifach-Ausbildung (Sport und Journalismus) entgegen, sodass den verbliebenen SPORTAKUSianer_innen die professionelle sportjournalistische Ausbildung fortan entzogen wurde – Das Projekt musste sich umstrukturieren.  Die notwendigen journalistischen Grundlagen wurden fortan durch viel Eigeninitiative selbst erarbeitet; Workshops zur eigenen Fortbildung wurden intern organisiert und erfahrene Gäste referierten zu diversen Themen aus dem Metier.

Aber nicht nur die Projekt-Rahmenbedingungen änderten sich. Auch die Auflage des SPORTAKUS wurde auf zwei im Jahr reduziert und die Produktion von einer Druckerei übernommen. Aus dem schwarz-weiß gedruckten Heften wurde der komplett bunte SPORTAKUS, den sicherlich noch einige von euch kennen. Die Kosten für die Produktion stiegen damit erheblich an – es mussten neue Wege zur Finanzierung gefunden werden. Ein Beitrag war die Einführung eines Verkaufspreises von 50 Cent für Studierende und einem Euro für die Mitarbeiter_innen und Gäste. Die dadurch erzielten Einnahmen reichten für die Heftproduktion natürlich nicht aus und der SPORTAKUS begann, die ersten Feste an der Fakultät zu organisieren und selbstständig durchzuführen.

Die größte universitäre Poolparty des Jahres – das Schwimmfest – (wohl einmalig in der universitären Hochschullandschaft in Deutschland) und das vielfach in Kooperation mit der Hochschulsport-Gala durchgeführte Sommerfest sind den meisten an der Fakultät wohl bekannt; die Ursachen und Entstehungsgeschichten dieser beliebten Veranstaltungen wohl eher weniger. Denn schon bevor die Studierenden die Schwimmhalle in der Mainzerstraße „unsicher“ machten, waren es die Mitarbeiter_innen der ehemaligen DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur, Vorgängereinrichtung der heutigen Sportwissenschaftlichen Fakultät), die sich beim alljährlichen „Delphinchen“ im großen Schwimmbecken zu Staffelwettkämpfen trafen und das eine oder andere Schwimm-Spielchen absolvierten (die älteren Mitarbeiter_innen wissen bestimmt auch heute noch, dass beim „Abschluss-Wettkampf“ zuvor ausgesetzte, lebende Karpfen bei abgedunkeltem Licht zu ertauchen waren, die dann mit nach Hause genommen durften. Aus heutiger Sicht selbstverständlich eine Unmöglichkeit!!!). Den gewaltigen Badespaß wollte der SPORTAKUS den Studierenden aber nicht länger vorenthalten und so entstand das Schwimmfest für alle am Campus, bei dem einmal im Jahr Mitarbeiter_innen, Gäste und Studierende gegeneinander bzw. gemeinsam in lustigen Staffeln kämpfen und anschließend feiern.

Besonders erfolgreich gelingt der Gedankenaustausch von Mitarbeitern_innen und Studierenden beim jährlichen Sommerfest, welches anfänglich noch „Bergfest“ hieß. Dort dürfen sie sich jedes Jahr auf das Neue in verschiedenen Aufgaben beweisen. Dabei stehen vor allem sportliche Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten (z.B. Fußball, Beach-Volleyball, Inlineskates-Wettlaufen auf der Tartanbahn oder Streetball auf dem Mensavorplatz) im Vordergrund. Das ist nicht nur besonders unterhaltend, sondern auch eine einzigartige Möglichkeit, seine Professoren_innen auf eine ganz andere Art kennenzulernen. Unter anderem dieser Kontaktpunkt zwischen den unterschiedlichen Generationen am Sportcampus macht den SPORTAKUS so bedeutsam.

Neben den zwei großen Festen haben wir aber auch viele andere große Errungenschaften erzielt. Der Ball der Sportwissenschaft (vorher Fakultätsball) zum Beispiel wurde vom SPORTAKUS begründet und nach zwei Jahren der Organisation an andere weitergegeben.

Durch die starke Gemeinschaft im SPORTAKUS war es auch immer wieder möglich, wohltätige Zwecke zu unterstützen. Zum LVZ-Fahrradfest 2012 stellte der SPORTAKUS zusammen mit weiteren Teilnehmer_innen aus der gesamten Universität die größte Mannschaft und erhielt dafür einen Scheck in Höhe von 500€, der eigentlich für die Ausrichtung unter den siegenden Teilnehmer_innen für die Durchführung eines Grillabends gedacht war. Die SPORTAKUSianer_innen verdoppelten die Summe aus dem Erlös vom Sommerfest und spendeten mit dem Einverständnis aller teilnehmenden Radler die 1.000€ an die Erdbebenopfer in Fukushima.

2016, nachdem vom SPORTAKUS organisierten Symposium „Leipzig-Sportfrei?!“ (in den Folgejahren gab es eine Wiederholung ebenfalls mit hochkarätigen Gästen an der Fakultät), signierte der hochkarätige und pfündige Gast, Reiner Calmund, die Couch, auf der er beider Podiumsdiskussion saß. Durch eine anschließende, öffentliche Versteigerung des einzigartigen Sitzobjekts konnte der SPORTAKUS 500€ generieren, die wir anschließend an die Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e.V., Herrn Markus Wulftange, überreichten. Zum 600-jähigen Bestehen der Uni Leipzig verewigte sich der SPORTAKUS durch die Pflanzung eines Baumes mit Namensstelle auf der Straße „Am Sportforum“. Acht Jahre später wurde dann auch eine Stuhlpatenschaft im Paulinum bzw. Kirche-Aula-Bau übernommen.

In dem letzten Jahr strukturierte sich der SPORTAKUS erneut um. Der Umwelt zuliebe und dem Trend des 21. Jahrhundert entsprechend, gibt es die Artikel nun in voller Länge nur noch auf unserer Website (https://sportakus-leipzig.de/). Daneben führen wir auch jeweils eine eigene Seite auf Facebook (Sportakus- Projekt‚ Sport und Medien‘) und Instagram (@sportakusleipzig). Passend zum Wandel zog der SPORTAKUS aus dem Keller, der gegenwärtig zu diversen Laboren umgebaut wird, hinein in ein neues, modernes Büro (Raum B 205, gegenüber der Mehrzweck-Halle). An dieser Stelle sei den Verantwortlichen und Unterstützern des Projekts herzlicher Dank gesagt.

So sehr sich der SPORTAKUS mit den jeweiligen Mitwirkenden immer wieder veränderte, blieb das Konzept immer dasselbe. Wir existieren, damit unsere Mitglieder sportjournalistische und sport-kommunikative Erfahrungen sammeln können – und parallel einen einzigartigen Zusammenhalt erleben. Von Beginn an konnten sich die SPORTAKUSianer_innen im Schreiben und Vermarkten üben; die Eventplanung kam mit der Zeit noch dazu. Wie erfolgreich der SPORTAKUS damit ist, zeigt sich zum einen in der nach 20 Jahren immer noch vorhandenen Existenz. Zur Zeit der Gründung des Projektsgab es an vielen sportwissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands ähnliche Projekte, wovon heute kaum noch eines fortbesteht. Zum anderen misst sich der Erfolg des SPORTAKUS´an dem Werdegang seiner Mitglieder_innen. In unseren folgenden Artikeln werden wir einige Beispiele vorstellen, was aus unseren Absolvent_innen und heutigen SPORTAKUS-Alumni geworden ist. Ihr bzw. Sie dürft/en gespannt sein!

Wie beeindruckend der Zusammenhalt im SPORTAKUS ist, wird durch die „Ehemaligen“ besonders deutlich. Es schaffen zwar nur die Wenigsten, nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss noch regelmäßig zu den Treffen zu kommen. Doch mindestens einmal im Jahr kommen alle Interessierten wieder zusammen. In Oberwiesenthal gilt seit vielen Jahren an einem Wochenende im Januar Ausnahmezustand. Es sollte nie vergessen werden, dass der SPORTAKUS hauptsächlich aus aktiven und ehemaligen Sportstudent_innen besteht und –wie jeder weiß– „ein Sportler ist, wer raucht und trinkt und trotzdem seine Leistung bringt“. So wird auch bei den SPORTAKUSianer_innen nach einem erfolgreichen Tag auf der Piste Après-Ski betrieben. Dadurch wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, eine Lokalität zu finden, die den SPORTAKUS noch aufnehmen möchte. Im Sommer klappt dies etwas besser, da jedes Jahr zur zweiten Ausfahrt unterschiedliche Orte in Deutschland aufgesucht werden. Zum 10-und 15-jährigen Jubiläum des Projekts führten die Ausfahrten z.B. jeweils nach Zingst/Darß.

20 Jahre später ist der SPORTAKUS noch immer ein Teil der Sportwissenschaftlichen Fakultät. So beeindruckend der Werdegang dieses Projektes auch ist, können und wollen wir uns nicht darauf ausruhen. So ist es sicherlich kein Geheimnis, dass das Projekt aus Mangel an sport-journalistisch interessierten Studierenden (unser dringend benötigter Nachwuchs!) im letzten Jahr an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gestoßen ist und wir uns schon mit der Auflösung des SPORTAKUS´ ernsthaft auseinander gesetzt haben.

Umso erfreulicher ist es, dass es nun doch nach 20 Jahren seiner Gründung mit dem SPORTAKUS weitergehen wird. Wir können uns auf interessante Geschichten aus der Fakultät, spannende Informationen und Artikel zum Sport sowie ihren Protagonisten und vielleicht auch auf etwas „gewagte Berichterstattung“ freuen.

Helft mit, die SPORTAKUS-Geschichte fortzuschreiben! Schreibt uns bei Interesse, Teil dieses einzigartigen Projektes werden zu wollen, eine E-Mail an chefredaktion@sportakus-online.de oder meldet euch auf unserer Facebook- bzw.Instagram-Seite.

Wir freuen uns auf euch!

Euer SPORTAKUS